Viele deutsche Bischöfe melden sich zu Ostern mit Friedensbotschaft

Bischöfe in bei einer Messe im Petersdom
Foto: CNA/Daniel Ibanez

In ihren Predigten zur Osternacht und am Ostermorgen haben sich viele deutsche Bischöfe unter Bezug auf den Krieg in der Ukraine mit einer Friedensbotschaft an die Gläubigen gewandt.

"Können wir überhaupt Ostern feiern angesichts des Krieges?", fragte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke. "Während wir das Fest unserer Hoffnung feiern und das österliche Halleluja singen, befinden sich Menschen in nicht zu großer Entfernung wegen des entsetzlichen Krieges Russlands gegen die Ukraine in hoffnungslosen Lagen. Mütter und Kinder in Tränen, Menschen, die vor Bomben flüchten, die leiden, verletzt sind oder sterben."

Es brauche „österliche Zeugen, die anderen im Karfreitag ihre österliche Hoffnung bekunden“, so Hanke – "bis in die Ukraine und bis nach Russland".

Widerspruch zwischen Ostern und Krieg

Kardinal Reinhard Marx sprach den Widerspruch zwischen Ostern und Krieg an: "Auf der einen Seite das Fest des Lebens selbst, die Auferstehung aus dem Tod, das unzerstörbare Leben. Auf der anderen Seite die entfesselte Gewalt, Tod und Verderben, Vergewaltigung und Zerstörung."

Die Osterbotschaft gebe aber zu bedenken, erklärte der Erzbischof von München und Freising, dass eine "neue Welt" schon da sei und sich durchsetzen werde. "Dafür wollen wir Christinnen und Christen Zeuginnen und Zeugen sein."

Ähnlich äußerte sich Hauptstadt-Erzbischof Heiner Koch in einem Beitrag für die Berliner Morgenpost: "Die Nachricht von der Auferstehung Christi setzt sich gegen Meldungen von Krieg, Vertreibung und schweren Kriegsverbrechen deutlich schwerer durch."

Dennoch eine die Not in der Ukraine den europäischen Kontinent darin, "gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen. Endlich blicken wir auf unsere Nachbarn in Osteuropa – mit großer Anerkennung und Respekt für das, was sie für Geflüchtete aus der Ukraine leisten. Wie viel schwerer sind Aufwand und Kosten, die ärmste Länder wie die Republik Moldawien auf sich nehmen? Wo wir sie unterstützen können, wollen wir das tun!"

Appell an russisch-orthodoxe Kirche

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick appellierte an die russisch-orthodoxe Kirche, ihren Beitrag zur Beendigung der Aggression des russischen Staates gegen die Glaubensgeschwister in der Ukraine zu beenden.

"Der schreckliche, mörderische und zerstörerische Krieg in der Ukraine lässt uns bitten, dass der Friedensgruß des auferstandenen Christus überall Wirklichkeit wird", erklärte Schick. "Diese Hoffnung dürfen wir für Ostern 2022 haben."

Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und andere gesellschaftliche Herausforderungen plädierte Bischof Bertram Meier im Augsburger Dom für "eine Wende im Herzen".

"Wir können die Krisen von heute nicht lösen mit unseren alten Schablonen", so Meier. "Umkehr ist dran."

Andere Themen

Manche Bischöfe kamen auch auf andere Themen zu sprechen. So betonte Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln die Rolle der Frauen, "die voll glaubenden Vertrauens in Worte fassen, was ihnen widerfährt".

Trotz "Unverständnis, Ablehnung und Spott" verkünden die Frauen, was sie erfahren haben. Und so geschehe es, dass sich einer aufmacht, "den nicht in Ruhe lässt, was die Frauen zu sagen haben – ganz im Gegenteil. Die Authentizität ihres Zeugnisses ist der Anstoß, dass Petrus sich aufmacht zum Grab."

Bischof Helmut Dieser von Aachen nutzte seine Predigt am Ostersonntag dazu, für die Reformen des "Synodalen Wegs" sowie des diözesanen und des weltkirchlichen synodalen Prozesses zu werben.

"Ich habe keine Angst vor Reformen, die aus geistlicher Haltung, Übung und Gemeinschaft miteinander erbetet und errungen werden", sagte der Bischof. "Viel schädlicher im Laufe der Kirchengeschichte war es, wenn Reformen aus Angst und Kleinglaube unterdrückt wurden."

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