Vorwurf der Vertuschung sexuellen Missbrauchs: Bätzing lehnt Rücktritt ab

Bischof Georg Bätzing
Foto: Rudolf Gehrig / CNA Deutsch

Bischof Georg Bätzing hat einen Rücktritt angesichts Vorwürfen der Vertuschung von Missbrauch vorerst abgelehnt. Er könne nicht die Hand ins Feuer legen, Fehler nicht gemacht zu haben, so der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz. Den Ergebnissen der Untersuchung vom Umgang mit sexueller Gewalt in den Bistümern Trier und Limburg werde er sich aber stellen, sagte Bätzing gegenüber dem "Stern".

Der Hintergrund der Aussagen des Limburger Bischofs: Das Magazin "Der Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über den Umgang mit sexueller Gewalt im Bistum Trier, darunter den Fall eines des Missbrauchs beschuldigten Priesters durch den damaligen Generalvikar Georg Bätzing.

"Ich habe den Täter nicht geschützt. In keiner Weise", betont Bätzing gegenüber dem "Stern". Der Bischof beteuert: Er hoffe sehr, dass im Strafverfahren gegen den Priester "endlich offenkundig wird, was dieser wirklich angerichtet hat, und dass seine Taten geahndet werden können."

Bätzing erklärt, er habe stets seine Verantwortung gesehen, "alles zu tun, um Missbrauch zu verhindern, rechtskonform zu agieren und Aufarbeitung zu garantieren".

Der "Spiegel"-Artikel ist nicht der erste Bericht zum Fall Trier: Bereits eine Recherche von "Christ & Welt" erhob schwere Vorwürfe gegen Marx: Dieser habe als Bischof von Trier seine Pflichten verletzt und unter anderem riskiert, "einen möglichen Missbrauchstäter wieder als Seelsorger zu Kindern und Jugendlichen zu schicken".  

Auch Bode und Overbeck lehnten Rücktritt ab

Bätzing ist nicht der erste beschuldigte Bischof, der einen Rücktritt bislang ablehnt. 

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat gestanden, über einen Zeitraum von mehreren Jahren einen verurteilten Missbrauchstäter als Priester in seinem Bistum beschäftigt zu haben. Persönliche Konsequenzen lehnt er bislang ebenso ab wie Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück.

Ihren Amtsverzicht angeboten haben dagegen der von Vorwürfen freigesprochene Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln, aber auch Kardinal Reinhard Marx von München und Freising sowie Erzbischof Stefan Heße von Hamburg. In allen drei Fällen lehnte Papst Franziskus diesen Schritt ab, auch wenn der unter massiven Druck geratene Marx einen zweiten Rücktrittversuch nicht ausschließt

Papst Franziskus hat eigentlich mit Vos Estis Lux Mundi bereits 2019 ein neues Verfahren mit klaren Kriterien eingeführt, das jedoch bislang bei deutschen Bischöfe nicht angewandt worden ist – im Gegensatz zu Fällen mit Bischöfen in anderen Ländern, wo es auch bereits zu mehreren Rückt. (CNA Deutsch hat den Wortlaut veröffentlicht).

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